Timeline_im_Kopfbau

TIMELINE-Tapete 2023 im Kopfbau

TIMELINE – Kulturelle Bildung

Fragenblatt

Die Geschichte des Ortes wird einzelnen Schulklassen in Führungen an der Tribüne und im Kopfbau vermittelt. Historisches Material, kombiniert mit persönlichen Berichten, machen die verschiedenen Zeiten und Hintergründe verständlich. Diskussionen und Workshops erlauben eine gemeinsame und tiefere Reflexion über das Geschehene.

Das Projekt geht dabei über die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit hinaus und gleicht diese mit der Gegenwart und aktuellen Themen wie Rassismus oder dem Krieg in der Ukraine ab. Dabei lassen sich Inhalte mit dem Lehrplan aus Geschichte und Politik verbinden.

„Wie würdest du es erzählen?“ – im Kontrast zu den vielen copy+paste-Schulreferaten gibt es den schönen pädagogischen Ansatz: „Um etwas tiefer zu verstehen, ist es hilfreich es in eigenen Worten zu formulieren.“

Nur noch wenig erinnert heute in der Messestadt Riem an den ehemaligen Flughafen München Riem. Der Stadtteil ist mit einer Bewohnerschaft aus über 130 Nationen multikulturell und international geprägt. Vielen ist diese Vergangenheit oftmals nur noch wenig bekannt.

Die Ausstellung „War was?“ über die Geschichte des Ortes war im Rahmen des Kulturprojekts „Kopf hoch 2020“ im Kopfbau zu sehen. Sie stieß bei den Besuchern auf reges Interesse und zeigte, wie wichtig die Geschichte für das Selbstverständnis eines Viertels ist. Dies trifft insbesondere auf die vielen Kinder und Jugendlichen zu, die diese Identität im immer noch jungen Stadtteil gerade entwickeln.

Führungen und Workshops mit Schulklassen aus den umliegenden Schulen sollten vermitteln, was hier geschah, was das mit dem Heute zu tun hat und letztlich auch für das Morgen bedeuten könnte. Ziel war, ein Bewusstsein für die Geschichte des Stadtteils und zusammen mit jungen Generationen eine lebendige Erinnerungskultur zu entwickeln.

Als Projekt der Kulturellen Bildung entstand 2022 TIMELINE, das auch im folgenden Jahr noch mit Terminen und Ausstellungen im Stadtviertel sichtbar war.

Nachstellung Bombenkrater

Eine 9. Klasse der lokalen Lehrer-Wirth-Mittelschule unternahm eine erste Exkursion im Juni 2022. Auf dem Bild stellen die Schülerinnen und Schüler einen Bombentrichter nach.

Plakat_4a_ReiseDie große Reise der Klasse 4a der Astrid-Lindgren-Grundschule

Eine Grundschulklasse aus dem Viertel hat sich auf die Reise gemacht. Entstanden sind Geschichten in Bildern, die in einer Ausstellung präsentiert wurden. Ab 20. Juni 2023 war „Die große Reise der 4a“ in Bildergeschichten in der neuen Stadtteilbibliothek in der Messestadt zu sehen.

→  So entstand „Die große Reise der 4a“

TIMELINE-Tapete im Kopfbau 2023

Auf der über 20 m langen Wandfläche zeigen sieben großen Plakaten Motive vom ehemaligen Flughafen bis hin zur aktuellen Messestadt. Texte aus den Schulworkshops sind auf einen Gazevorhang projiziert und überlagern so die Bilder. (Mit den Pfeiltasten weiterblättern)

Fotocollage als Zeitleiste

Auf sieben großen Plakaten sind im Juli 2023 Motive vom ehemaligen Flughafen bis hin zur aktuellen Messestadt zu sehen. Wie die Schichten sich überlagernder Tapeten zeigen sich an der über 20 m langen Wandfläche die zeitlichen Ebenen des Areals und des Stadtviertels.

Über den Ausstellungszeitraum wird diese exemplarische Zeitleiste schrittweise mit kleineren Bildern ergänzt. Manche Bilder greifen bestimmte Ereignisse auf, andere wirken als Kommentar zur Gegenwart. Und manchmal verknüpft sich Vergangenes mit Aktuellem. Geschichte besteht weniger aus abgeschlossenen Kapiteln, sondern vielmehr aus einem stetig fortlaufenden Prozess.

Erinnerung und Beteiligung

Als Projekt der kulturellen Bildung sollten auf einer weiteren vorgesetzten Ebene die Beiträge von Schülern und Schülerinnen ebenfalls sichtbar werden. Neben der Vermittlung der Historie des Ortes stellt sich dabei die Frage: In welcher Form könnte Geschichte hier lebendig erzählt werden?

Stadtlabor

Und so greift diese „work in progress“-Installation die Historie des Ortes und zugleich auch Beiträge aus dem Projekt mit auf. Der Kopfbau, die denkmalgeschützte Kassenhalle des ehemaligen Flughafens, fungiert so als soziokulturelles Stadtlabor. Die Ausstellung und Workshops werden in Kooperation mit der Initiative KopfbauT e.V. realisiert.

Talk_Talk_2023

TalkTalk

Thema:
An was werden wir uns hier erinnern? Und was hat das mit dem Jetzt zu tun?

Gäste:

  • der Bildungsreferent des NS Doku-Zentrums Obersalzberg
  • ein konsequenter Künstler und Aktivist, der einiges riskiert
  • eine Lehrerin für Geschichte
  • eine engagierte Beauftragte des Bezirksausschusses
  • eine Messestädterin, die als Au-pair aus der Ukraine kam

Einführung und Moderation: Michael Lapper

Datum: Donnerstag, 13. Juli 2023

Ort: Kopfbau

TIMELINE im Laden/Loft

In damals ungenutzten Ladenräumen in der Messestadt Ost waren im August 2023 die Elemente der Timeline-Tapete nochmals in anderer Hängung zu sehen. Ergänzt wurden sie mit vielen kleinteiligen Informationen, Bildern und XXXX

TIMELINE-Loft-Plakat

Aus der Distanz / from a distance

Seit mehreren Jahren erinnert Michael Lapper mit einer Videoprojektion an das Bombardement des Flughafens in den letzten Kriegstagen, bei dem auf tragische Weise auch viele KZ-Häftlinge umkamen, die dort zur Zwangsarbeit eingesetzt waren.

Sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Hier an diesem Ort.
Wie geht das?

Immer zum Jahrestag am 9. April ruft die Projektion „Aus der Distanz / from a distance“ das Geschehen und den dunklen Teil der Geschichte des Flughafens wieder ins Gedächtnis. Zur zeitlichen Distanz kommt mit dem Aufklärungsfoto der US Air Force der räumliche Abstand aus großer Höhe; es hält den Moment fest, als der Flughafen buchstäblich in die Luft flog. Das Bild wird visuell überlagert von einem sich lüftenden Schleier, der partiell den Blick freigibt auf das, was hier geschah.

from_a_distance_2022

Projektion am Kopfbau am 9. April 2022 (hier zum Video)

Plakat from a distance 2021

Das Projekt Timeline wurde gefördert von

Logo Kulturreferat München

Logo Sozialreferat München
Logo büroriem